Bufdi Merlin Opitz lobt Urspring-Jungs: „Es ist ein Traum, hier zu arbeiten“

Eigentlich könnte er mit seinem gelernten Beruf als Spediteur gut Geld verdienen. Merlin Opitz frönt aber lieber seiner Leidenschaft Basketball. In Urspring passt er wunderbar ins Team.

Merlin Opitz (re.) hat den  großen Wurf schon hinter sich. Auf seiner internationalen Basketball-Coaching-Tour begeisterte er die Kids mit seiner lockeren, sympathischen Art. Foto: 

Der Mann mit dem schmitzen Lachen hat eine Menge Anekdoten auf Lager. Die folgende taugt schon gut und gerne für ein Drehbuch. An einem verregneten Abend in Cork, Irland. Merlin Opitz steht mit Kapuzenjacke und Rucksack vor dem „Neptune“, dem Basketball-Tempel in dieser ländlichen Stadt. Das erste Training. Er hat sich in der Uhrzeit geirrt. Eine Stunde später kommen die Kinder und Jugendlichen an die Halle und mustern den durchnässten Unbekannten.

„Sie dachten, ich wäre ein Penner“, sagt Merlin Opitz. Er sei daraufhin in die Halle und habe auf den Korb geworfen und den ersten Wurf versenkt. Schlagartig ist das Eis gebrochen. Die Kinder akzeptierten den Neuen. Und danach ging alles ganz fix. Merlin Opitz wurde zu einem Teil dieses charmanten Basketball-Klubs. Für ihn war es eine Zeit voller einzigartiger Erfahrungen in seinem Sabbatjahr. Das müsste 2015 gewesen sein, meint der aus dem Allgäu stammende 34-Jährige. Manchmal kommen die Jahre schon einmal durcheinander, wenn so viel passiert ist.

Mit Rucksack auf Tour

Seine Jugend hat er in Ludwigsburg verbracht, ehe er eine Ausbildung als Spediteur machte und in Schorndorf arbeitete. In der Freizeit drehte sich viel um Basketball. Er spielte in Fellbach und Möhringen, begann aber schon früh zu coachen, das war in Tamm/Bietigheim. Als die Arbeit mehr Zeit fraß als seine Leidenschaft, da zog er die Reißleine. In seiner Auszeit vom Job tourte er als Backpacker durch Europa. In Spanien, Frankreich, Belgien und Irland machte er unterschiedlich lange Halt, bei Basketball-Vereinen. Nie hatte er Probleme, irgendwo Platz zu finden. Im Gegenteil, die meisten Eltern und Betreuer nahmen seine Mithilfe im Training dankend an. „Bis heute stehe ich in Kontakt mit den Kindern in Cork“, erzählt Merlin Opitz mit leuchtenden Augen und meint auch, dass die Iren schon so ein sportverrücktes Volk seien. Während die Eltern vor einem Pub auf ihre Kids warten, lernt Merlin eine ganz andere Basketball-Philosophie kennen: „Da rennt jeder mit Herz bis zur Verausgabung. Da ist mehr Speed im Spiel, aber auch wenig Taktik.“ Es sind die Kinder einer erfolgreichen Neunziger-Generation, die er da trainiert hat. Diese Basketball-Nation holt wieder auf. Genauso viel Potenzial schlummert auch in Belgien. „Dort haben sie Körbe, die weiter runter gelassen werden können – für die Minis“, erklärt der 34-Jährige. So etwas habe sich hierzulande noch nicht etabliert.

Mit all den Eindrücken, die er bislang mit den Kleinsten und auch den 16- bis 20-Jährigen gemacht hat, wächst seine Begeisterung an der Basketball-Lehre immer mehr. Als er sich vergangenes Jahr im Urlaub mit einem alten Freund aus der Kindheit, Stijepan Sucic, traf, durfte er für drei Nächte im Urspringinternat übernachten. Der Athletiktrainer nahm ihn überall hin mit. „Das war alles toll“, sagt Merlin Opitz. Etwas später bekam er dann wegen eines krankheitsbedingten Ausfalls eines Betreuers die Möglichkeit, bei einem Spiel der Nachwuchsbasketballer aus Urspring mitzufahren. Im Sommer gab es schließlich Gespräche. Für den Bundesfreiwilligendienst beim Team Ehingen Urspring hängte er den Job an den Nagel. „Ich bereue es zu keiner Sekunde“, bekennt er, „ich finde hier einfach unglaublich gute Arbeitsatmosphäre vor. Es ist ein Traum, hier zu arbeiten.“

Einblick in alle Teams

Der Basketball-Freak betreut fünf Schul-AGs der ersten bis zur siebten Klasse in Allmendingen, Schelklingen, im Längenfeld, am JVG und an der Michel-Buck-Schule. Außerdem ist er zwei Mal beim Fitnesstraining der Pro-A-Teams dabei, zwei Mal bei der JBBL, und zwei Mal betreut er die U14. Ab und zu begleitet er auch Spieler zum Arzt. Ein Tag am Wochenende kann schon mal lang sein. Das ist es ihm wert. Merlin Opitz saugt diese Zeit förmlich auf. Das Schöne an seiner Arbeit mit Kindern? „Ich muss niemand motivieren. Da ist ehrliche Freude im Spiel. Wenn so ein Stöpsel trifft und sich freut, das macht sehr viel Spaß.“

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