In der Seemühle bekommen Punks, was sie brauchen

Ein Viertel Jahrhundert alt, aber kein bisschen leise: Krönender Abschluss eines Punk-Konzertes in der Geislinger Seemühle ist der Auftritt der Stuttgarter Band „Wärters SchlEchte“. Foto: Konstantin Heidemann Foto: 

Von Nachwuchs-Punk-Musikern bis hin zu den Altmeistern dieser Szene hatten die Organisatoren der Geislinger Seemühle für ihr Konzert am Samstag geschickt ein bunt gemischtes Programm zusammengestellt. Die Musiker der drei Bands „Ruynor“, „Sick of Society“ und „Wärters SchlEchte“ kannten sich offensichtlich alle schon vorher, was wohl auch seinen Teil zu dem reibungslosen Konzertablauf beitrug.

Ruynor heizen ein

Zum Warm Up heizten die Geislinger von „Ruynor“ den Gästen schon mal ordentlich ein. Auch wenn sich die Bandmitglieder erst 2013 zusammengefunden hatten, und sie seitdem so gut wie nie geprobt haben – nach eigener Aussage nicht einmal einen Proberaum besitzen – legten sie am Samstag doch einen ganz gelungenen achten Auftritt aufs Parkett. Sie gaben eine Art Rock’n’Roller-Metal-Punk zum Besten, etwas, das einer Sound-Mixtur aus Motorhead, den Ramones, Rose Tattoo und den Sex Pistols entsprach. Von den begeisterten Zuhörern tanzten sich gleich ein paar in den Vordergrund der Bühne.

Twisted Felix Ruyn, Songschreiber, Leadgitarrist und Sänger von von Ruynor, überzeugte mit seiner gewaltig rauen Stimme und fetzigen Gitarrenriffs. Die dicken Saiten zupfte Basser Dome Ruyn, während sein Vater Martin Schmid am Schlagzeug für ordentlich Trommelwirbel sorgte. Er war zum zweiten Mal bei einem Live-Auftritt in die Bresche gesprungen und hat den eigentlichen Drummer Sammy Ruyn, der im Urlaub war, ehrwürdig vertreten.

Noch mehr Tänzer bei SoS

Nach kurzer Umbaupause rockten nach einem kurzen Soundcheck die vier Männer von „Sick of Society“ (SoS) ihr deutsches und englisches Repertoire ab. Bei den Titeln „Zerstöre das System“ und „Niemals wie der Rest“ verdoppelte sich die Tanzriege im Handumdrehen. Es schien auch eine größere SoS-Fan-Gemeinde anwesend zu sein, jedenfalls sangen einige die Texte lauthals mit. „It’s a lie“, „Murphys Law“ oder „Raise your Voice“ gehörte zum englischen Programmpart; auch dabei ging es ebenso hardcoremäßig ab wie zuvor schon bei den deutschen Titeln.

„Sick of Society“ waren über 25 Jahre lang zu dritt unterwegs, 2016 aber wurde aus dem Punk-Trio ein Quartett mit einer Doppelbesetzung der Gitarren und Gesang; trotzdem ist der Trio-Charakter von SoS  nicht komplett verlorengegangen. Dafür ist die Band bei über 30 Gigs im Jahr mit den zwei neuen Gitarristen Chris und Falko deutlich flexibler bei der Terminplanung anstehender Konzerte. Nach dem großen Erfolg des Albums „Niemals wie der Rest“ können die Fans dieses Jahr auf das noch namenlose Nachfolgeralbum gespannt sein. Gesteigerten Wert wollen die vier Musiker 2017 aber vor allem auf Live-Präsenz auf den Bühnen dieser Welt legen. Frei nach dem Motto: „Sei das Leben noch so hart, SoS lassen sich niemals unterkriegen.“

Zum Schluss der Show powerten Bassist und Sänger Steini stimmgewaltig noch Songs wie „Asozial“, „Duschen“ und als Highlight „Der Wahnsinn eines Lebens“ durch die Boxen, bevor ein klasse Auftritt unter lauten Zugabe-Rufen zu Ende ging.

Zum Schluss Wärters SchlEchte

Zum krönenden Abschluss des Konzertes betraten „Wärters SchlEchte“, eine Street-Punk-Band aus Stuttgart, die im vergangenen Jahr ihr 25-jähriges Bandjubiläum feierte, die Bühne. Auszüge aus dieser ereignisreichen Zeit gaben die Musiker am Samstag bei ihrer Live-Show zum Besten. Die Instrumentalisten Eddy (Gitarre), Fritzle (Bass) und Tscho am Schlagzeug bilden zusammen mit Sänger Nuggele „Wärters SchlEchte“. Die Band zählt zu den angesagtesten Punk-Bands im süddeutschen Raum. Mit fast 20 Titeln, gesungen in Deutsch und Englisch, sorgte das Quartett für ordentlich Wumms im alten Gemäuer der Seemühle. Die Party-Freaks tanzten zu den fetzigen Rhythmen von „Revolution occupied“, „Turn my Live“ oder „Fight for your right“ wie die Wilden bis nach Mitternacht Pogo.

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