Erst aufgetrumpft, dann mit Nullrunde

Die Wolken verheißen nichts Gutes: Am vergangenen Wochenende gab es für die Grabenstetter nichts zu holen.

Die Wolken verheißen nichts Gutes: Am vergangenen Wochenende gab es für die Grabenstetter nichts zu holen.

Nach fünf Wochen im Aufwind brachte das vergangene Wochenende keine Punkte für die Zweitliga-Segelflieger auf der Alb. Die kurzen Aufhellungen am Sonntag versuchte Frederik Widmaier für die Fliegergruppe Grabenstetten zu nutzen, doch die Mindest-Bedingungen für eine Liga-Wertung, eine Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern über eine Flugstrecke von mindestens 100 Kilometern, konnte er nicht erreichen.

Fast in ganz Deutschland sah die Situation ähnlich aus. In Baden-Württemberg schaffte kein Team der zweiten Bundesliga eine gültige Wertung. Dieses Kunststück schafften bundesweit nur fünf Vereine: Allen voran die SFG Stadtlohn. Die Münsterländer, die lange Zeit die Tabelle angeführt hatten, meldeten sich mit drei Wertungsflügen zurück und entschieden so diese zwölfte Runde in der Liga für sich. Sicher war das Glück ihnen ein wenig behilflich, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, doch Stadtlohn kehrt mit diesem Erfolg verdient an die Tabellenspitze zurück. Grabenstetten verliert durch die Nullrunde einen Platz in der Tabelle, nachdem die Fliegergruppe in der Vorwoche auf einen Aufstiegsplatz geklettert war.

Jürgen Theiss etwa ließ sich in der Vorwoche mit kräftigem Westwind im Rücken schnell in den Osten treiben und kämpfte sich dann gegen den Wind wieder zurück. Die Aufwinde auf der Ostalb und der Fränkischen Alb führten ihn schnell bis ins niederbayrische Regensburg. In Anbetracht des langen Heimwegs bei Gegenwind und der schwächer werdenden Aufwinde setzte er dort seinen Wendepunkt und flog zurück Richtung Heimat. Und trotz Gegenwindes lief es besser als gedacht: „Auf dem Rückweg waren die Aufwinde mit bis zu 3,5 Metern pro Sekunde Steigen doch noch überraschend gut, so dass ich schon zum Kaffee wieder daheim war“, berichtet Theiss. Mit 85 Stundenkilometern konnte er zur Liga-Wertung beitragen.

Noch ein Stück weiter in den Osten traute sich vor einer Woche Patrick Kutschat. Er flog bis zum Bayrischen Wald und wieder zurück, und fand dabei eine noch schnellere Route. 104 Stundenkilometer standen bei ihm am Ende auf dem Tacho. „Ein gutes Training für die Deutsche Meisterschaft“, findet Kutschat. Den dritten Wertungsflug schaffte Frederik Widmaier  mit 89 Stundenkilometern.

Unterdessen startet in dieser Woche die Deutsche Meisterschaft im Streckensegelflug in Stendal (Sachsen-Anhalt). Patrick Kutschat vertritt die Fliegergruppe Grabenstetten in der Offenen Klasse – dafür hatte er sich im vergangenen Jahr bei einem Qualifikationswettbewerb im brandenburgischen Lüsse qualifiziert. In der Offenen Klasse gibt es keine technischen Beschränkungen für die Flugzeuge. Diese Klasse gehört den Seglern mit den ganz langen Flügeln, die aus 1000 Metern Höhe ganze 60 oder noch mehr Kilometer zurücklegen können.

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