Oldtimer und tanzende Katzen am Himmel

Buntes Spektakel am Himmel über den Grabenstetter Flugplatz: Das Fest der Drachenflieger lockte viele Zuschauer. Sogar ein Oldtimer stieg in die Lüfte - gesteuert von einem 86-jährigen Festbesucher.

Spektakel der Lüfte: Das bunte Drachenfest in Grabenstetten.

Spektakel der Lüfte: Das bunte Drachenfest in Grabenstetten.

Vom Winde verweht wurden beim achten Drachenfest in Grabenstetten auf dem Flugplatz am Wochenende glücklicherweise nur die zahlreichen Besucher. "Auch Kinderwägen hingen schon zwei bis drei Meter in der Luft, wenn sie den kräftigen Leinenzügen der Drachen bei entsprechendem Wind in die Quere kamen", weiß Sprecher Reinhold Kling aus der Vergangenheit.

"Bei dem Wind heute, von bis zu 35 Stundenkilometern (3 bft), reichen 100 bis 150 Meter in Richtung Himmel, die Genehmigung haben wir für 300 Meter Flughöhe", erklärt er und blickt in den grandios kunterbunten Drachenhimmel. "Über die Straße darf's auf keinen Fall gehen, wir wollen schließlich ein unfallfreies Drachenfest haben", sagt der erfahrene Mann, der als Bindeglied und Sprachrohr zwischen Drachenflieger und Flugverein fungiert. "Gestern kam ein 86-jähriger Mann hier an und versprach, am nächsten Tag seinen Drachenoldtimer - einen alten Kastendrachen - der seit 50 Jahren im Keller schlummerte, mitzubringen. Er hielt Wort, kam und ließ ihn steigen."

Während die Grabenstetter Flieger sich nicht über mangelnden Nachwuchs beschweren können, wie Drachenfestorganisator Sandro Süß erklärt, fehlt es den Drachenfliegern definitiv am Nachwuchs der Jugendlichen ab Alter 13, wie Kling bedauert. "Unser ältester Aktiver ist zwischenzeitlich 78 Jahre." Und: "Drachenfliegen scheint erst wieder ab über 40 interessant zu werden, dann, wenn die Kinder größer sind und man Zeit für eigene Hobbys hat."

Kräftig angepackt haben am Wochenende alle Flieger. Beinahe 50 fleißige Helfer waren an beiden Tagen im Einsatz, erklärt Süß. Doch gab's hier freilich (noch) mehr zu tun, wie nur Bierbänke auf- und abzubauen. "Sonntagmorgen um sechs Uhr ging das Kartoffelschälen für den Kartoffelsalat los", weiß Pressefrau Mareike Rohde. Alles selbstgemacht, lange Schlangen vor den Ständen bestätigten: Geschmack und Qualität stimmen.

Die Besucher kamen teils von weit her angereist. "Sogar aus der Schweiz sind sie mit Wohnmobil für drei Tage hergekommen", freuen sich die Veranstalter, während riesige Wale, Shaun das Schaf, bunte Schildkröten und Tintenfische neben Leucht-Tiger und der lustigen Riesenkatze am Himmel tanzen.

zurück zur Übersicht

Beitrag teilen

Content Management by
InterRed GmbH Logo