Freispruch für einen Angeklagten

Am zweiten Verhandlungstag gegen vier Reutlinger wegen schweren Bandendiebstahls hat das Reutlinger Amtsgericht einen der Angeklagten freigesprochen. Es konnte ihm nichts nachgewiesen werden.

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Vier Männer aus Reutlingen müssen sich zurzeit vor dem Reutlinger Amtsgericht wegen schweren Bandendiebstahls verantworten. Zwei von ihnen waren im Lager eines bekannten Modekonzerns in Metzingen beschäftigt und sollen dort über einen längeren Zeitraum hinweg Kleidung aus dem Lager geschafft haben, um diese weiterzuverkaufen. Die Polizei schätzt den Wert der Ware auf rund 250 000 Euro. Es soll sich hauptsächlich um Anzüge und Lederjacken gehandelt haben. Der dritte Angeklagte war der Fahrer, des Lieferwagens, mit dem die Ware weggebracht wurde.

Der vierte Angeklagte wurde gestern am zweiten Verhandlungstag freigesprochen, es konnte ihm , so der Vorsitzende Richter, Eberhard Hausch, nichts nachweisen werden. Er stand im Verdacht, die gestohlene Ware zwischengelagert und als Hehler weiterverschoben zu haben. Die verbleibenden drei Angeklagten haben sich auch am zweiten Verhandlungstag nicht zur Sache geäußert. Das Gericht hat eine höhergestellte Mitarbeiterin im Distributionszentrum in Metzingen befragt. Demnach wurde sie am 28. Oktober 2014 von dem Diebstahlsverdacht unterrichtet. Danach habe sie sich mit dem Leiter des Lagers besprochen. In der Folge wurden die Überwachungskameras anders eingestellt und die Packstationen mehr ins Blickfeld gerückt. Nach Aussage der Zeugin wurde zudem mit der Polizei vereinbart, das Geschehen im Lager von den eigenen Sicherheitsleuten genauer beobachten zu lassen. Dadurch wurde festgestellt, dass zwei der Angeklagten, die im Lager arbeiteten, Ware zusammengestellt haben, die aktuell nicht von einem Kunden bestellt war. Außerdem haben sie Lieferscheine und Etiketten gefälscht. Zudem sind alte und leere Lieferscheine zur Ware gelegt worden. Am 31. Oktober 2014 war es dann so weit. Ein Lieferwagen der Diebe war vorgefahren und vollgeladen worden ehe sich der Fahrer gen Reutlingen aufmachte.

Dort wurde er von der sofort informierten Metzinger Polizei gestoppt. Der Fahrer, der zudem keinen Führerschein besitzt, wurde festgenommen. Verhaftet wurden freilich auch die beiden anderen vor Ort im Lager. Dies wurde auch von den drei Polizisten, die am Montag als Zeugen gehört wurden so bestätigt.

Nach Anhörung der Zeugen fuhren gestern alle Beteiligten von Reutlingen nach Metzingen zum so genannten Augenschein-Termin. Zu diesem Augenschein war die Presse allerdings nicht zugelassen.

Info Die Verhandlung wird am Mittwoch, 17. Februar, um 9 Uhr fortgesetzt.

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