Hilfe für notleidende Tiere

Tierschutz ist ihnen wichtig, aber ein Thema liegt ihnen besonders am Herzen: Das Schicksal der Straßenhunde. Gunnar Höhne aus Trochtelfingen ist Mitglied der "Stuttgarter Stimmen für Streuner".

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    Gunnar Höhne mit "Lucky": Der Trochtelfinger setzt sich für Tiere ein, für die sich niemand verantwortlich fühlt. Fotos: Gudrun Grossmann
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    Abgemagert und krank: Viele Straßenhunde vegetieren nur noch.

Trochtelfingen - Seine Leidenschaft hat er zum Beruf gemacht. Gunnar Höhne, gelernter Elektriker, arbeitet in einem Tierheim, immer dabei sein Mischlingshund "Lucky", der mit seinen elf Jahren quirlig-anhänglich ist, vermutlich gar nicht mehr leben würde, hätte sich der Trochtelfinger nicht vor einem Jahr um eine intensive ärztliche Versorgung gekümmert und ihn bei sich aufgenommen. Die Rettung von Hunden ist für ihn längst nicht mehr Privatsache. Gunnar Höhne gehört zu den "Stuttgarter Stimmen für Streuner", einer Gruppe, die auf das weltweite Leid der Straßentiere aufmerksam macht - mit Mahnwachen, mit Info-Ständen (am Wochenende auf der CMT) und mit konkreter Unterstützung für verschiedene Organisationen.

Ein Land steht ganz oben auf ihrer Liste: Rumänien. "Es gibt dort Jobs, die das Töten von Hunden und Katzen honorieren." EU-Steuergelder würden eigentlich für den Bau von Tierheimen und für Kastrationsprogramme zur Verfügung gestellt, die Wirklichkeit aber sehe anders aus. "50 Euro erhalten die Hundefänger und der Rest verbleibt in den Kommunen und macht deren Amtsinhaber reich." Tierschützer würden schon lange fordern, dass dieser unsinnige Geldfluss gestoppt werden muss, die Mittel an jene Organisationen gehen sollten, die sich tatsächlich für die Tiere einsetzen. Gunnar Höhne nennt als Beispiel den Verein TASSO, den Tierärztepool oder die Organisation "Vier Pfoten". Sie und viele tierliebende Privatpersonen, die Heime aus eigener Tasche finanzieren, sind dringend auf Spenden angewiesen, gehen aber leer aus.

Langfristig, so seine feste Überzeugung, helfen nur flächendeckende Kastrationsprogramme, um die Populationen einzudämmen. "Qualvolle Tötungsaktionen dürfen keine Lösung sein." Der Horror müsse endlich unter Strafe gestellt werden, die Politik handeln und das sinnlose Abschlachten unterbinden. Auch im Hinblick auf eine Gesellschaft, in der Moral einen Stellenwert hat und "nicht jeder seinen Antihundblutrausch legitimiert ausleben kann".

Wenn Gunnar Höhne mit seinen Mitstreitern auf die Straße geht, kommt er schnell mit Passanten ins Gespräch. Dann erzählt er, was er mit eigenen Augen erst im vergangenen Jahr in Rumänien erlebt hat. Wie Tiere eingesammelt, zusammengepfercht und dann nach spätestens zwei Wochen getötet werden - "aber nicht auf humane Art". Meist geht es dann auch um die Vermittlung von Auslandshunden. "Werden dadurch nicht Krankheiten eingeschleppt? Gibt es nicht genügend Tiere hierzulande, um die man sich kümmern sollte?" Solche und ähnliche Fragen hört er häufig. Er argumentiert dann sehr sachlich, überzeugt mit Fakten. "Auch solche Menschen, die selbst weder dem einen noch dem anderen Hund ein Zuhause geben möchten." Immer wieder treffen sie aber auch auf Interessierte, die sich nicht nur für die Problematik interessieren, sondern konkret helfen wollen. Sei es mit Spenden oder einem "Platz für Tiere". Wer einen Hund aufnehme, rette zwei. Denn die Heime in Rumänien und anderen Ländern platzen aus allen Nähten.

Beispiel Suceava. In der Stadt im äußersten Norden Rumäniens leben zirka 1500 Hunde auf der Straße. Zirka 1200 Tiere sind in einem Heim "unter primitivsten Bedingungen untergebracht". Die Stadtverwaltung übernimmt lediglich die Nebenkosten und bezahlt die Hundefänger. Ohne den Tierschutzverein "Pro Animals Tina" könnte die wichtige Einrichtung nicht existieren. Ohne Spenden könnten die minimalsten Aufgaben - tierärztliche Betreuung, Fütterung und Unterbringung - nicht geleistet werden. Viele Zwinger sind baufällig, die Mitarbeiter sind heillos überlastet. Auch ihnen gibt der Trochtelfinger eine Stimme.

Mahnwache am Samstag

Wer sich für die Arbeit der "Stuttgarter Stimmen für Streuner" und Tierschutzorganisationen interessiert, erhält bei Gunnar Höhne, Stationenweg 16, 72818 Trochtelfingen, Telefon: 0 71 24/92 70 54, Mobil 01 52 58 51 60 69 oder E-Mail: gunnarhoehne@icloud.com weitere Auskunft. Die nächste Mahnwache ist am kommenden Samstag, 24. Januar von 13.30 bis 14.30 Uhr auf dem Stuttgarter Schlossplatz.

SWP

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