Trish Clowes in „Very British“ – ein On-The-Top-Konzert

Das war stark, was die Saxophonistin Trish Clowes mit ihrem Quartett im Ulmer Stadthaus in der Reihe „Very British“ zu bieten hatte. Moderner Jazz auf klassischem Fundament – und nicht nur der bewährte Jazz-Grund. Gegen Ende des Konzerts bekam das Ganze sogar leicht impressionistische Züge. Wobei der Jazz in seiner ganzen Intensität und Wallung immer zugegen war.

Welch Finesse in den Arrangements und gekappten Melodie-Strängen, verzwirbelten harmonischen Flächen und rhythmisch verzahnten Parallelwelten, die das Werk des jüngsten Albums „My Iris“ genauso trugen wie jüngere Arbeiten! Und: An den Saxophonen klang Trish Clowes, die raffinierte Komponistin, wirklich very british. Auch den Saxophonisten und Mentoren Iain Ballamy, den sie als junges Mädel „Onkel“ nennen durfte und der in der Stadthaus-Reihe auch bereits zu hören war, klang durch. Viel Klarheit im Spiel, Wärme obendrein – und dann war die Bläserin zudem noch Sängerin und Poe­tin: sanft, aber pointiert, eindringlich, auf den Punkt.

Dazu eine famose Band: Direkt vom London Jazz Festival angereist waren auch Ross Stanley, der Mann an der Hammond und dem Flügel, der Trish Clowes bereits im Duo-Format begleitet hat, der hoch virtuos aufspielende Gitarrist Chris Montague sowie der quirlige Drummer-Aktivist James Maddren. Mit großer Lust warfen sie sich in die hoch konzentriert geschichteten Stücke, ließen sich ohne Netz in melancholische Ströme fallen, jonglierten mit musikalischen Genres mutig, aber auch immer mit der nötigen Demut. Ein sehr starkes Konzert der Reihe – vielleicht on the top.

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